Krankheitsbilder der Verdauungsorgane mit Verwertungsstörungen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Hierzu zählen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Es sind entzündliche Darmerkrankungen des Verdauungstraktes mit chronischem Verlauf und weitgehend ungeklärter Ursache. Morbus Crohn kann alle Passagen (vom Mund bis zum After) des Verdauungstraktes befallen. Am häufigsten befallen ist der letzte Abschnitt des Dünndarmes und der Anfang des sich daran anschließenden Dickdarmes. Colitis ulcerosa befällt ausschließlich den Dickdarm. Im Gegensatz zum Morbus Crohn, bei dem auch tiefere Schichten der Darmwand entzündet sein können, trifft dies bei der Colitis ulcerosa nur auf die Oberfläche der Darmwand zu.

Osteoporose

Bei der Osteoporose liegt eine Störung des Stoffwechsels im Knochen vor. Es wird mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut. Dadurch verringert sich die Knochendichte. Die Struktur des Knochengewebes ändert sich, es wird anfälliger für Knochenbrüche. Voraussetzung für einen gesunden Aufbau der Knochenmasse ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D3. Besonders gefährdet sind Patienten mit Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Kurzdarmsyndrom) sowie Patienten unter Cortisontherapie und Laktoseintoleranz.

Chronische Pankreasinsuffizienz

Durch immer wiederkehrende Entzündungen und Schädigungen der Bauchspeicheldrüse kann es zu einer langsamen Zerstörung der Bauchspeicheldrüse kommen. Das Gewebe wird abgebaut und durch Narbengewebe ersetzt. Hierdurch wird die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse immer schlechter. Es wird auch weniger Insulin produziert. Verdauungsstörungen aufgrund von Pankreasenzymmangel und Blutzuckererkrankung sind die Folge.

Kurzdarmsyndrom

Entsteht nach Verlust von Dünndarmteilen nach operativen Eingriffen. Durch die verkleinerte Resorptionsfläche und die beschleunigte Passage kommt es zu Störungen in der Ausnutzung der Mikronährstoffe.

Akute und chronische Hepatitis

Eine akute Leberentzündung wird vorwiegend durch Hepatitisviren ausgelöst. Der Infektionsweg ist fäkal-oral (Hepatitis A und E) oder parenteral (B, C, D). Nach Aufnahme in die Leberzellen werden die Viren repliziert. Das eigentliche klinische Krankheitsbild mit Entzündungsreaktion und Zelluntergang kommt erst durch zellvermittelte Abwehrreaktion des Wirtsorganismus durch T-Lymphozyten zustande.
Das Krankheitsbild ist geprägt von allgemeiner Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, leichtem Fieber und Druckgefühl im rechten Oberbauch. Die akute Hepatitis heilt meist ohne Folgeschäden aus, kann jedoch zum akuten Leberversagen führen. Hepatitis B und C gehen oft in eine chronisch aktive oder persistierende Verlaufsform über und führen häufig zur Leberzirrhose. Die erkrankte Leber bedarf einer ausreichenden Zufuhr von Energie sowie von Makro- und Mikronährstoffen.

Mukoviszidose

Eine erbliche Stoffwechselkrankheit. Eine defekte Erbinformation führt dazu, dass die schleimproduzierenden Drüsen im Körper statt eines dünnflüssigen, ein zähes Sekret herstellen. Die Lunge und der Verdauungstrakt sind davon betroffen.

Laktose-Intoleranz

Bei einem Mangel an Laktase kann die Laktose (Milchzucker) nicht oder nur teilweise in Glukose und Galaktose aufgespalten werden. So gelangt Milchzucker ungespalten in den Dickdarm, wo durch Bakterien chemische Reaktionen erfolgen, die zu Blähungen und Durchfällen, Magenkrämpfen bis hin zum Erbrechen führen können.

Laktase ist ein Enzym, das Milchzucker (Laktose) in Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) spaltet. Es wird in den Dünndarmepithelzellen gebildet. Die Aufspaltung von Milchzucker ist für die Versorgung des Körpers mit Kalzium wichtig.

Laktose (Milchzucker) ist ein Kohlenhydrat, das sich aus zwei einfachen Zuckern (Glukose und Galaktose) zusammensetzt und durch das Enzym Laktase aufgespalten wird.